Hungern-Fasten-Diät-Detox
Wir leben und essen im absoluten Überfluss….
Es geht nicht mehr darum ob wir zu essen haben, sondern was wir heute essen werden. Und über dieses Was gibt es unendliche Diskussionen, Ratschläge und Vorschriften. das was mich aber interessiert und auf was es eigentlich ankommt ist nicht was wir essen, sondern Wie…
Essen, das ist nämlich ein Prozess. Er beginnt mit dem Wachstum der Ähre auf dem Feld und endet in deinem Bauch!
Wir bauen unsere Nahrung aber selten selbst an, jagen und schlachten erledigt der Metzger und wir kochen häufig fertige Produkte.
Die Zubereitung oder Essen Bereitstellung geht schnell. Das muss es auch. Denn wir brauchen unsere Zeit für wichtigere Dinge.
Und genauso schnell wird auch gegessen. Wir essen beim arbeiten, auf dem Weg, mit dem Handy in der Hand, vor dem Fernseher oder schnell in einer Pause.
Essen wir gemeinsam? Warten wir auf einander und fangen wir zusammen an? Kochen wir zusammen oder kaufen wir gemeinsam ein? Sind wir überhaupt gegenwärtig wenn wir kauen, schlucken und verdauen? Oder sind wir gedanklich bereits 10km weiter bei dem nächsten Projekt, im Zug oder irgendwo, einfach nicht hier auf dem Stuhl am Tisch.
“Iss mal tüchtig…”
Wir lernen leider von Anfang an zu essen, weil “man” essen muss. Wir müssen essen was auf den Tisch kommt, wir müssen schnell essen, wir müssen zügig essen, wir müssen brav aufessen, wir müssen dann essen wenn es etwas gibt!
Ja und vor allem müssen wir essen, weil das ist das normale….
und nicht weil wir Hunger haben!
Das gesunde Bauchgefühl wird uns so von klein auf ausgetrieben…
Hunger, das ist ein Gefühl das wir praktisch nicht mehr kennen.
Frei lebende Tiere und Menschen in früheren Zeiten oder in anderen Regionen auf der Welt dagegen kennen dieses Gefühl sehr gut. Es ist ein Bestandteil ihres täglichen Lebens.
Wir dagegen essen sozusagen pausenlos. Wir müssen weder das Essen sammeln oder erjagen. Wir können das natürlich freiwillig tun. Aber wir müssen nicht. Im schlimmsten Fall müssen wir nicht einmal unser Haus verlassen, sondern können online eine Pizza bestellen.
Meine Mutter, Jahrgang 1923.., kannte Hunger Zeiten. Die Weltwirtschaftskrise und der Krieg führten zu Armut und diesem existenziellen Gefühl nichts oder nicht genug zu essen zu haben. Das war für viele von dieser Generation ein tiefes Trauma. Und es wurde nach dem Krieg kompensiert mit täglichen grossen, ja zu grossen Mahlzeiten. Die Angst es könnte morgen nichts mehr zu essen geben, steckte noch in ihren Knochen.
Das Wort Fasten kommt als christlicher Begriff vom althochdt. fastēn, das ursprünglich bedeutet :
„An den Geboten der Enthaltsamkeit festhalten“
Es ist also keine Hungerkur oder Diät und es geht auch nicht in erster Linie um Gesundheit oder Abmagerungskuren.
Es geht dabei tatsächlich um einen bewussten Verzicht auf Nahrung. Und es geht um eine Zeit der Besinnung, dem Stillstehen und Innehalten.
In der christlichen Tradition haben wir ab Aschermittwoch bis Ostern Fastenzeit. Das heisst wenn möglich einmal am Tag essen, nur was nötig ist und keine tierischen Eiweisse ( Fleisch, Milch, Butter und Eier).
Im Mittelalter gab es nur Wasser und Brot. Beziehungsweise Bier und Brot 😉..
An Ostern gab es dann Eier im Überfluss 🤪…was die traditionellen Ostereier erklärt…
Ramadan
Im Islam wird im Fastenmonat Ramadan gefastet. Dieses Jahr ist der Beginn des Ramadan am 23. März. Gefastet wird von Sonnenaufgang ( Morgendämmerung) bis Sonnenuntergang. Und es wird in dieser Zeit wenn möglich weder gegessen noch getrunken. Dann wird aber häufig sehr üppig gegessen. Auch am Ende des Fastenmonats gibt es ein grosses fröhliches Fest mit sehr viel gutem Essen.
Fasten -Beten-Almosen
Bei beiden Religionen ist das Fasten mit Zeit für Gebet und Verbindung zu dir selbst und Gott und mit dem Teilen von Brot, Zeit und Geschenken für Freunde, Familie und für die Bedürftigen und „Armen“. Das bedeutet Almosen geben.
Hungerstreik
Das politische Fasten oder der Hungerstreik gehört zum Teil auch in das religiöse Fasten. Es ist ein bewusster Verzicht auf Nahrung, um etwas Wichtiges zu erreichen oder zu bewegen. Mahatma Gandhi hat immer wieder gefastet, zum Teil soweit dass er fast verhungerte.
Diäten beinhalten immer die Gefahr der Mangelernährung, weil man nicht auf seinen Körper hören darf.
Eine Diät verbietet meist bestimmte Nahrungsmittel. Der entstehende Heißhunger auf Etwas wird vom Körper als Mangel interpretiert. Der Körper signalisiert dann, dass du unbedingt jetzt etwas essen musst. Und so nimmt man durch ständige Diäten immer eher zu, weil sich das Wechseln von von “Du darfst nicht” und das strenge Regime während der Diät und das Nachholen und Kompensieren danach ungünstig auf das Körpergefühl auswirken. Der Körper lernt nicht gesund und bewusst zu essen, sondern kämpft verzweifelt gegen seine Bedürfnisse. Bedürfnisse ,die real und gesund wären!
Heilfasten dagegen ist ein Hören auf unseren Körper. Denn Essen während der Fastenkur geschieht bewusst und achtsam und langsam. Es ist ein beobachtendes Essen. Und genau das verändert uns nachhaltig.
Fasten
Fasten wirkt wie ein – heilsamer – Schock auf den Körper. Er stellt die Physiologie auf den Kopf und löst ganze Kaskaden von biochemischen Reaktionen aus. So werden etwa spezielle Reinigungsmechanismen angeregt: sozusagen die Müllabfuhr und das Recyclingsystem der Zellen.
Und: Fasten hemmt nachweislich Entzündungen und senkt hohen Blutdruck.
Und: Fasten kann, wie neuste Forschungen zeigen, selbst bei Krebsleiden helfen.
Das sogenannte „Fasten High“, die Euphorie die wir nach circa 3 Tagen erleben, ist wissenschaftlich belegt und gemessen an erhöhten Seritonin Werten im Blut. Dadurch wirkt sich Fasten auch auf unsere Seele, unsere Psyche aus.
Nicht nur lange intensive Fastenkuren wirken. Auch kurze Phasen ohne Essen tun ihr Gutes. So genügt es oft schon, ab und zu mal einen Fastentag einzulegen, etwa einmal pro Woche. Oder manchmal nur ein paar Stunden am Tag nicht zu essen - 16 Stunden Nahrungsverzicht klingt zwar nach viel, doch beim gelegentlichen Verzicht auf Abendessen oder Frühstück bekommt man diese Zeitspanne mühelos zusammen.
Dein Bauchgefühl
…ist extrem wichtig. Es ist unsere Intuition. Es sagt uns, was für uns ganz persönlich stimmt. Dein persönlicher Geschmack nämlich!
Und das was dir gut tut kann etwas komplett anderes sein als das was mir gut tut. Und das was mir heute gut tut, kann etwas komplett anderes sein als das was mir gestern gut getan hat!
Jeder Moment ist ein anderer. Im Sommer esse ich etwas anderes als im Winter. An kalten Tagen brauche ich eher wärmende Speisen. Im Sommer eher etwas erfrischendes.
Der Appetit endet nicht im Mund!
Wir schmecken die Nahrung im Mund mit Zunge und Nase. Wie riecht es ? Ist es sauer oder salzig oder süss? Ist es heiss oder kalt?
Es macht einen Unterschied ob es weich oder hart oder knusprig oder flüssig ist. Es ist ein Erkennen dabei… was esse ich da gerade?
Aber hast du dich jemals gefragt wie es sich in deinem Bauch anfühlt? Ausser natürlich es bekommt dir schlecht, mit Übelkeit oder Schmerzen…
Eine Fastenzeit ist ein Innehalten. Und wenn sie auch nur eine ausgelassene Mahlzeit betrifft, kann es dir helfen wieder zu fühlen was du isst und was du brauchst.
Denn das Hungergefühl einfach wieder einmal bewusst zu spüren ohne es gleich wieder zu stillen, das bringt dich auf die Spur zu deinem Bauch.